Testfahrt mit der Mein Schiff 4

Thema: Kreuzfahrt Ostsee von am 4. Juni 2015

Viele schwärmen ja davon, wie toll die Hamburger Hafenausfahrt von einem Kreuzfahrtschiff aus anzusehen ist. Jetzt weiß ich endlich warum, ich fand es wirklich großartig! Ablegen an der Hafencity, Vorbeigleiten an der Elbphilharmonie, Speicherstadt, Innenstadt, Landungsbrücken, Michel, Beach-Clubs – ständig wechselt die Perspektive mit den Ausblicken auf so viele markante und vertraute Gebäude in der Stadt. Super Erlebnis, gerne wieder 🙂

MS3 Elbphilharmonie

Die sogenannte Testfahrt der Mein Schiff 4 über Pfingsten (22. – 25. Mai 2015) von Hamburg nach Kiel mit Stopp in Kopenhagen war die erste Reise des nagelneuen Kreuzfahrtschiffs mit zahlenden Gästen. Zuvor gab es schon ein paar kurze Einführungsfahrten mit Mitarbeitern aus der Reisebranche, Reederei-Angehörigen und Medienvertretern.

Freitag, 22. Mai – Hamburg

Unser Sohn muss am Freitagvormittag noch in die Schule, darum können wir erst am Nachmittag anreisen. Mit der U-Bahn fahren wir zum Hamburger Hauptbahnhof und steigen in den kostenlosen Mein Schiff-Bus um. Wir hätten auch mit der U-Bahn zur Hafencity fahren können. Mit dem Bus ist es aber praktischer, weil wir uns so nicht mehr um den Koffer kümmern müssen. Gegen 16 Uhr sind wir am Kreuzfahrtterminal, wo wir nicht allzu lange anstehen müssen.

Nach dem Betreten der Mein Schiff 4 sehen wir uns als erstes unsere Kabine an: Die Balkonkabine 8071 auf Deck 8 backbord. Die Einzelbettcouch ist schon als Bett hergerichtet. Sehr schön: da musste nichts ausgeklappt werden, die Kabine bleibt auch mit drittem Schlafplatz geräumig. Auf Mein Schiff 1&2 ist es dagegen eng in der Balkonkabine mit ausgeklapptem Schlafsessel.

MS4 Kabine 8071

MS4 Kabine 8071 2

Zum späten Mittagessen gehen wir ins Gosch. Der Sohn möchte keinen Fisch und bedient sich am Kinderbüffet im Anckelmannsplatz, die Selbstbedienungsrestaurants sind direkt angrenzend. Von unserem Fensterplatz im Gosch können wir über uns schon den Blauen Balkon sehen. Nach dem Essen tauschen wir die Perspektive und sehen uns das Gosch-Restaurant durch den gläsernen Boden des Blauen Balkons an.

MS4 Blauer Balkon

Es gibt aber noch mehr spannende Dinge hier oben an Deck zu entdecken: Den gelben Pinguin am Ausguck, die rosa Riesenbrille in der Arena und die Insel der Seeräuber (Kids-Club). Der absolute Schiffserkunder-Höhepunkt befindet sich vorne auf Deck 4 in der Waterkant-Bar: Das acht Meter lange Modell der Mein Schiff 4. Das ist wirklich eine tolle Attraktion!

MS4 Kabine 8071

Die Zeit reicht noch für eine Pause in der Himmel & Meer-Lounge auf Deck 12 mit einem tollen Blick elbabwärts, bevor wir um 18 Uhr zur Rettungsübung antreten müssen. Unser Sammelpunkt ist der Neue Wall (die Einkaufspassage) auf Deck 5. Von hier werden wir durch ein Crewtreppenhaus geschickt und dürfen im Klanghaus auf Deck 4 komfortabel Platz nehmen. Nach einigen Ansprachen, Demonstrationen und einem Film sind wir frei und gehen zielstrebig an Deck, wie so viele andere auch. Auf der Steuerbordseite an der Reling auf Deck 14 ist es ganz schön eng, schließlich ist das ja die Seite mit dem schönsten Ausblick.

MS4 Hafencity

Bis zum Kreuzfahrtterminal Altona genießen wir die Fahrt elbabwärts, dann begeben wir uns ins Atlantik-Klassik auf Deck 3. Der Service klappt reibungslos und recht zügig und einen Platz mit schöner Aussicht auf das Elbufer haben wir auch noch. Nach dem schönen Essen geht es noch auf einen Kaffee in die Tui Bar und gegen 21:30 Uhr ins Theater, wo eine 45minütige Schlagershow gezeigt wird.

Sonnabend, 23. Mai – Seetag

Wir sind große Atlantik-Restaurant-Fans, was das Abendessen angeht. Beim Frühstück mussten wir auf Mein Schiff 1&2 leider oft zu lange auf Kaffee warten, so dass wir bei der letzten Reise endgültig zum Anckelmannsplatz-Frühstück gewechselt sind. So endgültig, dass wir nicht einmal dem Atlantik-Frühstück der Mein Schiff 4 eine Chance geben! Macht ja nichts, auf Deck 12 lässt es sich prima frühstücken, einschließlich der Lachshäppchen vom Gosch-Buffet.

MS4 Pinguin

Für den Seetag haben wir uns nichts vorgenommen und erkunden das Schiff. Das Schwimmen im Innenpool fällt leider aus. Das Wasser im Schwimmbecken ist sowas von kalt, geschätzte 17 Grad. Der Whirlpool ist glücklicherweise angenehm warm, so dass wir uns nicht ganz umsonst umgezogen haben. Während ich mich abtrockne, kommt die Gruppe eines begleiteten Schiffsrundgangs vorbei: 23 bis 25 Grad warm sei das Wasser. Ich sehe mich gezwungen, den Vortrag zu unterbrechen und teile meine Sicht der Dinge mit der Gruppe.

MS4 Cafe Lounge

Unser Schiffsbummel führt uns auch in das exklusive Aufpreisparadies „Große Freiheit“. In der Cafe Lounge wird Livemusik gespielt und auch sonst wirkt sie sehr einladend. Spontan beschließen wir, einen aufpreispflichtigen Capuccino zu trinken. Extra für den Kaffee zahlen auf einem All Inclusive-Schiff – lohnt sich das? Man muss es wohl erlebt haben, um zu verstehen, warum der Kaffee hier einen Aufpreis wert ist. Was ist hier anders als in den anderen Bars? Zunächst einmal ist der Service hier noch aufmerksamer als in den anderen Bereichen (nicht dass es da wirklich etwas zu meckern gäbe), schon weil es viel weniger Gäste pro Kellner gibt. Wir werden gefragt, ob wir den Capuccino mild, medium oder stark wünschen. Zum Kaffee gibt es diverse Zuckersorten zur Auswahl sowie pro Gast eine Praline. Und dann ist da ja noch der einmalige Ausblick nach hinten aufs Schraubenwasser der Mein Schiff 4. Es lohnt sich!

MS4 Cafe Lounge Tisch

Nachmittags gibt es am Außenpool eine Fruchtschnitzer-Vorführung, ein Klassiker der Bordunterhaltung 😉 Die Liveband spielt dazu, gelegentlich unterbrochen von einer Gastgeberin, die die Fruchtschnitzereien kommentiert. Hier kommt es zum einzigen bekannten Fall von schlechter Laune auf dieser Reise: Ein Passagier fühlt sich tatsächlich von der Gastgeberin gestört und ruft laut und übelgelaunt „RUHE!“. Ich musste lachen.

MS4 Arena

Zum Abendessen besuchen wir das Atlantik–Mediterran. Das Menü des Sohns wird auf Wunsch zügig serviert, so dass er noch den Kids-Club besuchen kann. Wir Eltern genießen in Ruhe unser fünfgängiges Menü und einen Cocktail in der Schaubar. Am Abend soll im Theater noch eine Show gezeigt werden. Wegen der unruhigen See wird diese leider abgesagt, stattdessen soll es einen Film geben, „Elche und Trolle spielen Cellomusik“ oder so ähnlich. Das klingt nicht so verlockend, wir bleiben lieber in der Schaubar und hören Livemusik.

Sonntag, 24. Mai – Kopenhagen

Das Anlegen in Kopenhagen verschlafen wir tatsächlich, die Mein Schiff 4 lässt ihre Gäste keine Fahrgeräusche oder gar Vibrationen spüren. Das kennen wir von der Mein Schiff 1 ganz anders!

Der Ausblick vom Balkon ist zunächst verwirrend – etwas ist anders als erwartet: Das große Tenderboot, dass sich bisher immer direkt unter unserem Balkon befand, wird ins Wasser gelassen, dort gewendet und wieder an Deck gehoben.

MS4 Tenderboot

Nach dem Frühstück im Anckelmannsplatz gehen wir vom Liegeplatz am Langeliniekaj zu Fuß zum S-Bahnhof Østerport. Auf die Busse wollen wir uns nicht verlassen, weil in Kopenhagen wegen des Marathons viele Straßen gesperrt sind. Mit der S-Bahn fahren wir bis zum Bahnhof Nørreport. Dort nutzen wir die Gelegenheit, einige Marathonläufer anzufeuern, bevor wir zum Schloss Rosenborg gehen. Vor der Besichtigung der Innenräume schauen wir uns den Park an und sehen dabei der Königlichen Wache zu, wie sie sich für den Marsch zum Wachwechsel vorbereitet.

MS4 Kopenhagen Turm

Nicht weit vom Schloss Rosenborg steht der Rundetaarn, den wir als nächstes besichtigen. Oben haben wir eine schöne Aussicht, auch auf die Mein Schiff 4.
MS4 Kopenhagen

Für den Rückweg zum Liegeplatz nehmen wir wieder die S-Bahn. An Bord testen wir das Kuchenbuffet im Anckelmannsplatz-Restaurant (Testurteil: sehr gut). Pünktlich um 18 Uhr legt die Mein Schiff 4 ab, dabei wird die neue Auslaufmusik gespielt. Testurteil: gut – keine Musik, die ich zuhause hören würde, aber als Auslaufhymne gefällt mir das Lied.
Zum Abendessen möchte der Sohn ins „blaue Restaurant“, er meint das Atlantik-Klassik. Im Obergeschoss des Atlantik-Restaurants ist es ihm nicht fein genug, so ohne Tischdecken. Na gut, dann testen wir die Atlantik-Brasserie eben bei der nächsten Fahrt. Wie am Vorabend verschwindet der Sohn nach dem Dessert in den Kids-Club. Die Show wird erneut abgesagt. Die See ist zwar ruhig, aber es gibt technische Probleme. So beenden wir den Abend in der Tui Bar.

Montag, 25. Mai – Kiel

Als ich aufwache, ist die Mein Schiff 4 schon in der Kieler Förde. Ich sehe mir das Wende- und Anlegemanöver vom Bett aus an. Am Abreisetag dürfen wir die Kabine bis 9 Uhr nutzen, wir sind aber schon um halb neun beim Frühstück. Für die Heimfahrt haben wir Plätze bei MeinFernbus reserviert (passt ja gut zu Mein Schiff). Der Bus fährt aber erst um 11:40 Uhr, so dass wir noch etwas Zeit in der Waterkant-Bar verbringen. Bestellen kann man da zwar nichts mehr, es gibt aber gemütliche Sofas, das riesige Schiffsmodell und den „Spielplatz“ mit PS4-Spielkonsolen und einem Tischkicker.

MS4 Kiel

Gegen 10:30 Uhr verlassen wir das Schiff und nehmen den Shuttlebus zum Kieler Bahnhof. Der Fernbus bringt uns pünktlich nach Hamburg.

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